Hatschepsut war eine Pharaonin, die vor 3500 Jahren lebte. Man meint gesund und ohne größere Krankheiten herrschte sie über zwanzig Jahre lang über Ägypten. Nun stellten Ägyptologen und Pharmazeuten in Bonn fest, dass die Pharaonin womöglich an einer juckenden Hautkrankheit, vielleicht sogar an der ererbten Schuppenflechte, litt. Herausgefunden wurde dies über ein kleines Fläschchen, das sich in ihrem Grab befand. Beim näheren Überprüfen stellte sich heraus, dass das Fläschchen kein Parfüm sondern als eine Medizin enthielt. Drei Komponentengruppen wurden dort gefunden: Palmöl, Kohlenwasserstoff und Ester (Omega-Drei-Fettsäure) sowie Teerbestandteile.
Damit ist nur das bewiesen, was die alten Griechen schon wussten. Dass die Ärzte über eine große Heilkunst verfügten, dass auch früher schon Apotheker aus pflanzlichen und tierischen Stoffen Medizin herstellten, die damalige Krankheiten wie ungewollte Schwangerschaft, Artheriosklerose oder auch zur Kühlung des Körpers oder des Herzens, wie man es früher nannte, heilen sollten. Heilmittel wurden verwendet, die aus Honig, Öle, Myrrhe, Weihrauch, Sellerie, Koriander und süßem Bier bestanden.
Heute ist die Pharmazie in Ägypten nicht mehr so bekannt wie in den europäischen Ländern. Aber es zeigt sich eine deutliche Tendenz zur positiven Entwicklung. Man will sich auf dem Markt wieder bekannt, womöglich unentbehrlich machen. In diesem Jahr findet der 58. IPSF World Congress vom 1. August bis zum 11. August 2012 in Ägypten statt. Über 500 Studenten aus mehr als 50 Ländern nehmen an diesem Kongress statt, um sich über ihr Studium, der Pharmazie sowie Gesundheitsthemen zu unterhalten. Neben der Generalversammlung und Workshops werden noch zwei Symposien zu unterschiedlichen Themen angeboten. Damit werden sich vermutlich auch die beruflichen Chancen auf dem ägyptischen Markt für Pharmajobs erhöhen.
Das Renomé der Pharmazie hält sich in Ägypten allerdings noch in Grenzen. Zwar werben die Apotheken für ihren seit Jahrhunderten guten Ruf. Spielt doch die Altägyptische Medizin noch immer eine große Rolle. Dennoch ist eine gewisse Skepsis geboten. Zwar sind die Medikamente dort günstiger zu haben als in Deutschland. Aber trotz allem sollte auf Empfehlung verschiedener Ratgeber auf die Verpackung geachtet werden, und nur die Dosierung eingenommen werden, die auch vorgeschrieben ist. Bei Zweifel sollte man sich guten Rat bei ägyptischen Freunden holen.
Bei aller Vorsicht ist zu vermuten, dass durch den Kongress sich das Bekanntheitsgrad erhöhen wird. Man wird dem ägyptischen Markt nicht mehr misstrauisch begegnen. Für Vertrauen zu werben wird eine große Aufgabe sein.